Der Preis des Geldes

Über Geld wird im Augenblick aller Orten gesprochen. Von unvorstellbar hohen Summen ist die Rede. Versprochen, verloren, verschwunden im Nichts und nirgendwo. Von Einkommen, die ein einzelner Mensch im Leben niemals brauchen kann. Und von Einkommen die niemals zum im Leben reichen werden.
Geld erweist sich zunehmend als untauglicher Träger für Anerkennung, Glück und Tauglichkeit. Ja selbst für Erfolg ist es kein Zeichen mehr, denn erfolglose erhalten Summen, die erfolgreiche niemals sehen werden.
Viele notwendige Arbeit ist überhaupt nicht rentabel zu leisten: Pflegen, heilen, lehren gehören zu den offensichtlichen. Ein Schule ist nicht rentabel zu führen, auch ein Altenheim oder ein Krankenhaus scheitern regelmäßig an diesen Kriterien. Und allein das Verfehlen monetär gemessener Renditeziele als Scheitern zu bezeichnen zeigt die Untauglichkeit des Geldes, Arbeit zu messen, deren Angemessenheit und Notwendigkeit unmittelbar einleuchtet. Arbeit deren Erfolg gänzlich immateriell bleiben muss.
Der Markt regelt nichts. Der Markt ermittelt den Preis, doch nicht den Wert. Keine neue Erkenntnis, doch Altes muss nicht unwahr sein. Und wenn ich das Auf und Ab von Aktienkursen sehe, die den Preis eines Unternehmens beziffern, dann sehe ich diese Diskrepanz. Ich sehe den Kapitalmarktpreis eines Unternehmens weit unter die Summe seiner Bestandteile sinken – Gebaüde, Grundstücke, Möbel, Büromaterial, ganz zuschweigen von dem nicht ganz leicht umzurechnenden Geldwert der Mitarbeiter, den gesellschaftlichen Wert jedes Einzelnen, der nur wirken kann, weil die Teilhabe an diesem Unternehmen ihn den Raum dazu verschafft – und weiß, dieser Preis sagt nichts über den Wert aus. Machen wir also das Geld wieder zu dem, was es gewesen ist: Ein Medium, ein Träger für Zeit und Waren. Nehmen wir ihm den Selbstzweck und machen wir unsere Türme wieder zu Banken und nicht zu Sakralbauten. Der IWF ist nicht die Heilige Inquisition und die Kräfte des Marktes kein göttliches Wirken. Machen wir uns den Merkt wieder Untertan, den er ist unser Geschöpf. Wir haben ein Monster geschaffen? Es ist unser Monster.